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ÖSTERREICHISCHE RAUKE



(Sisymbrium austriacum) 

ÖSTERREICHISCHE RAUKE
 



Systematik 



Die Österreichische Rauke gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae).  

Merkmale 

Die Pflanze ist zwei- bis mehrjährig und bildet eine tiefe Pfahlwurzel. Der ästige Stengel ist 20 bis 80 cm hoch. Die Blätter sind vielgestaltig, meist gezähnt, fiederspaltig oder ganzrandig. Die gelben Blüten erscheinen von Mai bis Juli. Die Früchte (Schoten) sind 2 bis 6 cm lang.  

Vorkommen 

Die Österreichische Rauke ist lückenhaft in Südwest- und Mitteleuropa verbreitet. In Baden-Württemberg kommt sie vor allem auf der Schwäbischen Alb vor. Im Oberen Donautal wächst die Pflanze an fast jedem größeren Felskomplex. 

Lebensraum 

Die Österreichische Rauke wächst auf mäßig trockenen, steinig-kiesigen, meist kalk- und stickstoffreichen Standorten. Die Pflanze besiedelt Felsen, Felsschutt, Balmen und Höhleneingänge. Im Siedlungsbereich kommt sie gelegentlich auf Schuttplätzen und Güterbahnhöfen vor. 

Biologie 

Die etwas Licht und Wärme liebende Österreichische Rauke gilt als Charakterart der Pflanzengesellschaft der Balmen. Diese geschützten Fels-Standorte werden häufig von Wildtieren als Lagerplatz genutzt und sind somit einer natürlichen Düngung und Trittbelastung ausgesetzt. Mit Hilfe der Pfahlwurzel kann die Rauke in den trockenen Balmen Wasservorräte der tieferen Bodenschichten erreichen.

Die Familie der Kreuzblütler umfasst weltweit ca. 3500 Arten. Besonders mannigfaltig sind die Kreuzblütler im Mittelmeergebiet, in Vorder- und Zentralasien und in Teilen Nordamerikas. Viele Kreuzblütler sind so genannte Unkräuter oder Ruderalpflanzen, die auf offenen Bodenstellen wachsen. Einige Kreuzblüter sind wichtige Kulturpflanzen, z.B. Weißer Senf, Meerrettich, Kohl, Gartenkresse, Brunnenkresse, Raps und Rübsen. Kohl mit seinen unterschiedlichen Sorten Kohlrabi, Blumenkohl, Rotkohl, Rosenkohl, Brokkoli usw. ist eine alte Kulturpflanze. Die wild wachsende Stammpflanze des Kohls ist an den Felsküsten Westeuropas beheimatet. 

Gefährdung & Schutz 

Die Bestände der Österreichischen Rauke sind durch übermäßige Trittbelastung von Balmen und Höhleneingängen durch Wild (Gämsen) und Menschen teilweise gefährdet. Beschattung durch aufkommende Bäume im Bereich der Felsen verkleinert die Lebensräume. Die Pflanze wird in der Vorwarnliste der Roten Liste (B.-W.) geführt. Gezielte Freistellungen fördern die Bestände und Maßnahmen zur Besucherlenkung schonen die natürlichen Wuchsorte. 


Steckbrief Österreichische Rauke [PDF 150 KB]

 

 

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