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SCHLINGNATTER

(Coronella austriaca) 

SCHLINGNATTER



Systematik 



Die Schlingnatter gehört zur Familie der Nattern (Colubridae). 

Merkmale 

Die Körperlänge beträgt 60 bis 70 cm. Die Tiere sind meist graubraun gefärbt, mit einer mehr oder weniger deutlichen Rückenzeichnung, ähnlich der von Kreuzottern. Die ungiftigen Nattern haben jedoch eine andere Kopfform und runde Pupillen. Die Schuppen haben keinen Kiel, sind also glatt (”Glattnatter”). 

Vorkommen 

Die Schlingnatter kommt in weiten Teilen Europas vor. In Baden-Württemberg ist sie nach der Ringelnatter die am weitesten verbreitete Schlange. Sie kommt, von Teilen Oberschwabens abgesehen, in allen Naturräumen vor. 

Lebensraum 

Schlingnattern bevorzugen sonniges, trockenes Gelände mit steinigen Strukturen. Sie besiedeln Felsgebiete, Schutt- und Geröllhalden, Weinberge, Steinbrüche, Lesesteinhaufen und gelegentlich auch extensiv genutzte Gärten. 

Biologie 

Da die schuppige Hornhaut nicht mitwachsen kann, müssen sich Schlangen von Zeit zu Zeit häuten. Die Haut wird dabei vollständig abgestreift (”Natternhemd”). Schlingnattern legen keine Eier, sondern sind lebendgebährend. Sie bringen ihren Nachwuchs meist im August zur Welt. Die bis zu 15 Jungtiere sind etwa 15 cm lang. Nach etwa drei Jahren sind sie geschlechtsreif. Schlangen sind Geruchstiere. Ihr wichtigstes Sinnesorgan ist das Jacobsonsche Organ am Gaumendach. Die Geruchspartikel werden mit der Zunge dorthin gebracht (”Züngeln”). Besonders empfindlich reagieren Schlangen auf Bodenerschütterungen, wodurch sie Feinde und Beute wahrnehmen können. Die Schlingnatter ernährt sich vorzugsweise von Eidechsen, aber auch von Mäusen, manchmal auch von Artgenossen. Größere Beutetiere werden umschlungen und erwürgt, kleinere Beutetiere werden lebendig verschlungen. 

Gefährdung & Schutz 

Die Feinde der Schlingnattern, besonders der Jungtiere, sind Krähen, Greifvögel, Eulen, Igel, Spitzmäuse, Iltisse und Marder. Bei Bedrohung reagieren Schlingnattern angriffslustig und beißen heftig zu. Der Biss ist für Menschen jedoch relativ harmlos. Durch die Beseitigung von Kleinstrukturen wie Hecken, Raine und Trockenmauern kommt es zu Verlusten von Lebensräumen und somit Bestandsrückgängen. Die Art wird in der Roten Liste (B.-W.) als „stark gefährdet” geführt. Schutt- und Blockhalden sollten nicht betreten werden (Besucherlenkung). Alle europäischen Reptilienarten sind geschützt. In der Artenliste der FFH-Richtlinie (EU) ist die Schlingnatter als eine „streng zu schützende Tierart von gemeinschaftlichem Interesse” eingestuft.  


Steckbrief Schlingnatter [PDF 150 KB]

 

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